Lesung zum 100. Geburtstag.
Max von der Grün ist einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Literatur der Arbeitswelt in der Nachkriegszeit. Bekannt wurde er vor allem durch seine oft verfilmten Romane wie Stellenweise Glatteis (1973) oder Flächenbrand (1979), in denen er sich kritisch mit der Arbeitswelt und ihren Auswirkungen auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft auseinandersetzte.
Von der Grün, der als junger Erwachsener ins Ruhrgebiet kam, arbeitete dort als Schlepper, Hauer und nach einem Unfall 1954 als Grubenlokomotivführer. Bereits früh verarbeitete er seine Erfahrungen „unter Tage“ in literarischer Form. 1955 unternahm er erste Schreibversuche und veröffentlichte mit Männer in zweifacher Nacht (1962) seinen ersten Roman. Mit seinem Buch Irrlicht und Feuer (1963), in dem er die schlechten Arbeitsbedingungen der Kumpel in den Zechen beschreibt und die Auswüchse des Leistungsdenkens und der Konsumgesellschaft anprangerte, schafft der Autor 1963 seinen Durchbruch als Schriftsteller. Vor allem sein Jugendbuch Vorstadtkrokodile ist auch heute noch einer breiten Öffentlichkeit bekannt und vielerorts Schullektüre.
Von der Grün und seine Werke werden von dem Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer vorgestellt. Neben zahlreichen Engagements gehörte er bis 2010 zum Ensemble des Schauspiel Dortmunds. Seit über zwanzig Jahren ist er in seiner Rolle als taxifahrender „Vadder“ von Kommissar Thiel im Tatort Münster bekannt.
Einführung: Prof. Dr. Stefan Höppner.
