Über Menschen und Verhältnisse – 100 Jahre Max von der Grün

Max von der Grün 1926–2005

Max von der Grün, geboren am 25. April 1926, wuchs in Mitterteich in der Oberpfalz auf. Seine Eltern arbeiteten in der Porzellanindustrie. Er absolvierte nach der Schulzeit eine kaufmännische Lehre. 1943 zur Wehrmacht einberufen, geriet er unmittelbar nach der militärischen Ausbildung in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1948 nach Hause zurückkehrte. Da er dort keine Arbeit fand, ging er 1951 ins Ruhrgebiet, wo er bis 1963 als Schlepper und – nach einem Unfall – als Grubenlokfahrer unter Tage im Bergbau arbeitete. 

Dortmund und das Ruhrgebiet waren seine Heimat, zu der er ein kritisch-liebevolles Verhältnis hatte. Seine Romane spielen hier, ihre Themen aber spiegeln die Lage der Arbeitenden überall auf der Welt, dafür sprechen die Übersetzungen in über 20 Sprachen.

Romane, Aufsätze, Reden, Kommentare, Erzählungen, Essays, Drehbücher, biografische Notizen, Hörspiele, Bühnenstücke und sogar das Libretto einer Oper gehören zu seinem Werk und machten ihn zu einem der bekanntesten und meist gelesenen deutschen Autoren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Inhaftierung des Vaters durch die Nationalsozialisten motivierte ihn zu der biografisch-zeitgeschichtlichen Dokumentation Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich (1979). Seinem Sohn, der mit einer Behinderung lebt, widmete er den zur Schullektüre gewordenen Jugendroman Vorstadtkrokodile (1976).

Der Satz „Nichts als gegeben hinnehmen“ war für Max von der Grün ein lebenslanger Leitspruch. Dass seine sozialkritischen und politischen Werke neben Zuspruch auch Debatten bis hin zu Anfeindungen auslösten, akzeptierte er als logische Konsequenz.

Am 5. April 2005 starb Max von der Grün.

Für die Fritz Hüser-Gesellschaft e.V.  haben Hanneliese Palm, Thorsten Trelenberg und Volker Zaib aus dem Nachlass, der im Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt aufbewahrt wird, und aus Privatbesitz elf Vitrinen mit Exponaten bestückt. Sie werfen Schlaglichter auf Max von der Grün als Person und als Autor und wollen zum Lesen und Erforschen seiner Werke motivieren.