Der Erfolg des Romans Irrlicht und Feuer (1963) machte Max von der Grün international bekannt und legte den Grundstein für die Einladungen zu Lesereisen, Vorträgen und Seminaren ins inner- und außereuropäische Ausland.
Die erste Reise führte Max von der Grün im November → 1964 auf Einladung des Aufbauverlags in die DDR, dachte man doch, mit ihm einen Arbeiterdichter und Vertreter des Sozialistischen Realismus in der Bundesrepublik entdeckt zu haben. Da der Autor die damit verknüpften Erwartungen nicht erfüllte, folgte 1965 zunächst ein Einreiseverbot für ihn und Erwin Sylvanus. Besuche, Kontakte, Veröffentlichungen und Fernsehverfilmungen seiner Romane belegen in den Jahren bis zum Ende der DDR aber das unverminderte dortige Interesse an seinem Werk.
Max von der Grün, Erwin Sylvanus und Josef Reding reisten 1972 in die Sowjetunion und besuchten neben Moskau auch Kiew und Lwow. Der Übersetzer Wladimir Stejensky bemühte sich immer wieder um Veröffentlichungen in russischer Sprache (Foto → 1972 in Moskau, von lks Stejenski, von der Grün, Reding, Übersetzer, Sylvanus). Honoriert wurde die Reise 1972 schon, nur die Auszahlung nach Deutschland gestaltete sich schwierig.
„Mit Goethe unterwegs“, so könnte man die Reisen der 1970er- und 1980er-Jahre zusammenfassen. Die Liste der Länder reicht von Island bis Ägypten und von den USA bis in die UdSSR. Überall trifft er auf diskussionsfreudige junge Leser und Leserinnen, auch bei → der Pressekonferenz 1974 in dem damals noch wenig zugänglichen → Albanien.
Der → Reiseplan von November und Dezember 1974 zeigt den eng getakteten, anstrengenden Reiseverlauf. Auf der → Postkarte an seinen Sohn Frank schreibt Max von der Grün „am Ende der Reise angekommen und müde und krank“.
Die Arbeitswelt und ihre Probleme als Themen der Literatur standen im Zentrum Dortmunder Gruppe 61. Auch in Schweden fand dazu eine engagiert kulturpolitische Diskussion statt zu der das Autorenzentrum „Författare-Centrum“ eingeladen hatte. Angelika Mechtel, Josef Reding, Max von der Grün, Wolfgang Körner, Günther Wallraff und Peter-Paul Zahl besuchten in Schweden Arbeiter in den Fabriken. Sie diskutieren mit ihnen, mit Schülern und Autoren u. a. im → „Gespräch 70“ in der Handelshochschule am 17. April 1970. Zu der Reise erschien ein → Katalog.
Als → Writer in Residence am Oberlin College in Ohio hielt sich Max von der Grün von Februar bis Mai 1977 in Ohio auf. Seine Eindrücke fasste er 1978 in einem ausführlichen → Bericht zusammen: Filme wurden gezeigt, aber das Interesse der Studierenden galt eher gesellschaftspolitischen Fragen als der Literatur, so seine Erfahrungen. Im Übrigen blieb ihm viel Zeit für die Erkundung des Landes und für eigene Arbeit. In dieser Zeit entstand das Drehbuch für den Fernsehfilm Späte Liebe.