Kommunikation analog: Briefe

Max von der Grün schrieb noch Briefe – auf Papier! – und erhielt natürlich auch welche. In seinem Nachlass finden sich Tausende von Briefen unterschiedlichster Absender – und nur wenige von ihm selbst, denn die hatte er abgeschickt und meist keinen Durchschlag oder eine Kopie angefertigt.

In dieser Vitrine sehen Sie einen ganz kleinen Auszug aus Max von der Grüns Korrespondenz: sieben Briefe, die Bezug auf seine Romane nehmen und von Absendern stammen, die in unterschiedlicher Weise mit von der Grüns Werk in Beziehung stehen.

Die → Gewerkschaft IG Chemie-Papier-Keramik schreibt an Max von der Grün, dass sie in dem Roman Stellenweise Glatteis zu Unrecht in die Nähe der Mittäterschaft beim Ausspionieren der Arbeiter durch die Firmenleitung beschuldigt wird. Stellenweise Glatteis spielt in einem zur Chemiebranche zählenden Betrieb (erkennbar das Unternehmen Messer Griesheim in Dortmund). Der Plot des Romans dreht sich um die sich wandelnde Einstellung der Belegschaft zu einer Abhöranlage, mit deren Hilfe die Unternehmensleitung sämtliche, auch private Gespräche zwischen den Arbeitern aufzeichnet. Die anfängliche Empörung und das Aufbegehren gegen die Unternehmensleitung schlägt schnell in Beschwichtigung und letztlich in einen Hass auf den Entdecker der Anlage um, forciert durch den Betriebsrat und die Gewerkschaft, die schnellstmöglich den „Betriebsfrieden“ wieder hergestellt sehen wollen.
1973

Der Regisseur und Schriftsteller → Hans Dieter Schwarze, mit dem Max von der Grün Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre bei Theaterstücken und Fernsehfilmen zusammengearbeitet hatte, schreibt an Max von der Grün, dass ihm dessen Erzählung Friedrich und Friederike sehr gefallen habe.
1985

Max von der Grün schreibt an seinen Mentor und späteren Mitbegründer der Dortmunder Gruppe 61 → Fritz Hüser und bittet ihn, ihn bei der Veröffentlichung seines ersten Romans Männer in zweifacher Nacht (Arbeitstitel Der Bruch), ein Kammerstück über drei unter Tage verschüttete Bergleute, zu unterstützen.
1960

Brief des → Luchterhand-Verlags an Max von der Grün mit einem Vorschlag für die Beteiligung Max von der Grüns an den Einnahmen aus dem Verkauf seines projektierten dritten Romans mit dem Arbeitstitel Ein Mann unterwegs, der später (1968) unter dem Titel Zwei Briefe an Pospischiel veröffentlicht wurde.
1966

Der oberpfälzische Literaturforscher, Kulturmanager und Publizist → Bernhard M. Baron schreibt an Max von der Grün, dass er dessen Roman Flächenbrand (1979), ein „spannender Polit-Krimi“ (Der Spiegel) über militante Rechtsradikale, sehr wichtig findet. Er schlägt eine Rezension in Magazin Playboy (Motto: „alles, was Männern Spaß macht“) vor; realisiert wurde der Vorschlag allerdings nicht.
1979

→ Walter Fabian (1957–1970 Chefredakteur der Gewerkschaftlichen Monatshefte, dem zentralen Organ des Deutschen Gewerkschaftsbundes) schreibt an Max von der Grün, dass es eine Rezension zu dessen ErzählungSpäte Liebe (1982) schreiben wird, weil diese ihn „sehr beglückt“ hat.
1982

→ Wolfgang Körner, Verfasser von Romanen, Satiren, Fernsehdrehbüchern und Hörspielen, schreibt an Max von der Grün, dass dieser in dem Roman Springflut ein „glänzendes Portrait eines echten Journalisten-Arsches“ (die Figur des Journalisten Thomas Koch entdeckt seine verborgenen Ressentiments gegenüber Migranten) gezeichnet habe und dass er sehr für eine Verfilmung ist.
1990