Max von der Grün war ein durch und durch politischer Mensch. Sein Wirken als engagierter und vielseitiger Autor mit gesellschaftspolitischer Bedeutung durchzieht sein Werk beinahe nahtlos.
Zeitlebens ein Gegner des Nationalsozialismus, wies er in seinen Romanen regelmäßig auf das Wiederaufkeimen und Erstarken rechter politischer Strömungen hin. Dieses Engagement fand bundesweit Beachtung, wie die vorliegenden Zeitungsartikel → „Waffen in der Friedhofsgruft“ und → „Die Neo-Nazis im Vorgarten“ beispielhaft zeigen.
Auch seine eigene Lebensgeschichte im Dritten Reich sparte Max von der Grün nicht aus. In seinem Buch → Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich (1979) thematisierte er diese Zeit in sachlichem Ton. Eine erhellende Lektüre!
Max von der Grün griff immer wieder aktuelle Themen für Jugendliche auf. Der 2023 erschienene Sammelband → Gegen Mauern anschreiben, herausgegeben von Jan-Pieter Barbian und Erhard Schütz, beschäftigt sich mit der Frage, weshalb sich die literaturwissenschaftliche Forschung bislang kaum mit diesem wichtigen Aspekt im Gesamtwerk von der Grüns beschäftigt.
Rüdiger Scholz würdigt in seinem 2015 erschienenen umfangreichen Buch → Max von der Grün – Politischer Schriftsteller und Humanist die historische Rolle dessen Werks in der Öffentlichkeit. Für Max von der Grün-Fans eine wahre Schatzgrube.
Über Jahrzehnte hinweg nahm Max von der Grün an Demonstrationen und Ostermärschen teil. Eine kleine → Auswahl von Ansteckern zeugt noch heute davon.
Ein Besuch in Südfrankreich gab den Impuls zu dem spannenden Roman Die Lawine (1986). Nach dem Tod eines Unternehmers soll seine Firma nach und nach in den Besitz der Belegschaft übergehen. Dieses Vermächtnis löst eine Lawine von Intrigen aus, die Max von der Grün faktenreich schildert. Trotz der bestehenden Kontroversen mit den Gewerkschaften wurde dieser Roman in das Programm der Büchergilde Gutenberg aufgenommen. Unter dem Titel → „Wenn ‚Gottvater‘ der Belegschaft seine Firma schenken will“ berichtete die Tagespresse über eine Lesung aus diesem Roman im Dortmunder DGB-Haus.
1976 untertitelte die Westdeutsche Allgemeine ihren Bericht → „Als Kümmeltürke verfemt“ über das Buch Leben im gelobten Land (1975) wie folgt: „Max von der Grüns Gastarbeiter-Porträts –beschämend aktuell“. Auch 50 Jahre nach dem Erscheinen hat sich in viel zu vielen Fällen nichts an den Lebensumständen von Arbeitsmigranten geändert.
Max von der Grün bezeichnete sich selbst einmal als „Gastarbeiter aus Franken“. In Vorbereitung auf eine Tagung (Haus Kemnade, 1978) begab er sich auf die Suche nach → „Möglichkeiten und Ideen zur kulturellen Entfaltung der Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland“.