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Wer wir sind

Fritz Hüser-Gesellschaft e.V.

Fördergesellschaft des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt

Arbeit und Alltag bestimmen wesentlich das Leben der Menschen und sind in ganz unterschiedlichen Formen in Vergangenheit und Gegenwart in Literatur und Kunst kreativ gestaltet und beschrieben worden. Die Zeugnisse dieses Schaffens zu sammeln, zu erhalten und zu präsentieren sieht die Fritz Hüser-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1988 als wichtige Aufgabe an, für die sie wirbt und die sie fördern und unterstützen will.

Gesellschaft und Institut tragen den Namen des ehemaligen Stahlarbeiters, Bibliothekars, Sammlers und Literaturvermittlers Fritz Hüser (1908-1979). Hüsers Archiv entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Autor:innen, Gewerkschafter, Journalist:innen und Wissenschaftler, die der in Vergessenheit geratenen Arbeiterliteratur in der jungen Bundesrepublik wieder Gehör verschaffen wollten. Darüber hinaus gründete Hüser mit Gewerkschaftern, Autoren und einigen wenigen Autorinnen die Dortmunder Gruppe 61. Sie publizierte eine zeitgemäße Industriedichtung und ebnete dem Thema und seinen Autor:innen den Weg in Verlage und Feuilletons. Hüser blieb ihr Mentor und Dokumentar. 1973 übernahm die Stadt Dortmund Archiv und Sammlung und entwickelte sie zu einem renommierten Literaturinstitut.

Die Fritz Hüser-Gesellschaft verfolgt das Ziel, das von Fritz Hüser begründete und mittlerweile weiter entwickelte Archiv zu bewahren, die Entstehung von Literatur und Kultur der Arbeitswelt zu unterstützen und die öffentliche Wahrnehmung dafür zu schärfen. Die Gesellschaft wirbt Zuwendungen für die Erweiterung der Bestände des Fritz-Hüser-Instituts ein und organisiert und unterstützt Veranstaltungen zur Literatur der Arbeitswelt, wie Lesungen, Tagungen und Ausstellungen.

Zum 100. Geburtstag

Im Jahr 2026 erinnert die Fritz Hüser-Gesellschaft e.V. an den 100. Geburtstag des Dortmunder Autors Max von der Grün. Die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Ina Brandes, übernimmt die Schirmherrschaft über das Jubiläum. Die Fritz Hüser-Gesellschaft wird gemeinsam mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern Gelegenheit bieten, während des ganzen Jahres 2026 das Werk Max von der Grüns neu zu entdecken.

Dortmund und das Ruhrgebiet waren seine Heimat, zu der er ein kritisch-liebevolles Verhältnis hatte. Die Menschen hier waren nach seinem Schlag; ihre Hoffnungen, Enttäuschungen und Probleme bei der Arbeit, im Alltag und mit der Politik waren Gegenstand seines literarischen Werks. Seine Romane spielten oft in Dortmund, ihre Themen aber spiegelten die Lage der Arbeitenden in allen Gesellschaften, das zeigen die Verfilmungen und die Übersetzungen, die in über 20 Sprachen erschienen. Einschneidende Ereignisse in seinem eigenen Leben motivierten ihn zu der biografisch-zeitgeschichtlichen Dokumentation „Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich“ und zu dem zur Schullektüre gewordenen Jugendroman „Vorstadtkrokodile“. Beide befassen sich mit nach wie vor aktuellen Themen wie dem Umgang mit Menschen mit Behinderung und dem wiedererstarkenden Rechtsradikalismus.

Die Romane Max von der Grüns lösten Zuspruch und Debatten, aber auch Anfeindungen aus, waren sozialkritisch und politisch.
Der Satz „Nichts als gegeben hinnehmen“ galt für ihn und seine Romanfiguren gleichermaßen. Er wollte aufrütteln und genau darauf zielt auch das Jubiläum:

  • Anlass bieten, einen Blick in die Bücherregale zu werfen und Romane und Erzählungen wieder oder neu zu lesen und die Diskussion über „Menschen und Verhältnisse“ aufzunehmen,
  • die Aufmerksamkeit auf den Autor lenken, wenn die Menschen über den Max-von-Grün-Platz vor der Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek, über Max-von-Grün-Straßen und -Wege gehen und Max-von-der-Grün-Schulen besuchen,
  • neue Erkenntnisse über sein Werk im Kontext der Gegenwart gewinnen, anhand seines Nachlasses im Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund.